Eltern werden ist nicht schwer….

Das Sprichwort muss nicht beendet werden, denn wir kennen es alle. Heute möchte ich nach längerer Pause darüber schreiben, wie schwer Kinder kriegen eigentlich ist.

Als ich mit meiner ersten Tochter schwanger war, war das ein ganz schöner Schock. Ich war gerade 21 und versuchte mir ein Leben in England aufzubauen. Koitus Interruptus erwies sich, wie so häufig, auch bei mir als unsichere Verhütungsmethode. Mein Koitus Interruptus wird im Juni 2. Damals hatte ich keine Vorlaufzeit. Ich habe dem Schwangerschaftstest nicht entgegen gefiebert, sondern ich habe ihn heimlich mit klopfendem Herzen gemacht. Und dann bestätigte er mir, was ich sowieso schon wusste. Ich wusste nicht wie ich damit ungehen sollte. Ich schrieb meiner besten Freundin, diese riet mir schnellstmöglich zum Hausarzt zu gehen um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen. Das tat ich und obwohl man in England eigentlich keine ärztliche Bestätigung erhält, nahm man mir Blut ab. Die Ärztin merkte wohl, dass ich Beistand brauchte. Nachdem ich noch zwei weitere Tests gekauft hatte, fuhr ich in das Café in dem mein Mann arbeitete. Dort machte ich den zweiten Test, der noch schneller positiv war als der Erste. Ich bat meinen Mann mit mir rauszukommen, dort brach es sofort aus mir heraus. Er war glücklich. Und fing mich auf. Das war K1. Sie kam und hat unser Leben bereichert und tut das heute noch jeden Tag.

Dann wurde K1 9 Monate alt. So lange sollte ich nach dem Kaiserschnitt mindestens warten, bis ich erneut schwanger wurde. Mein Mann überredete mich, noch etwas länger zu warten. Ende August 2019 haben wir dann für uns entschieden, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für K2. Und 3 Tage nach unserer Hochzeit im Oktober war ich wieder schwanger. Und dann starb K2. Und ich war, nach 13 Wochen des puren Glücks, nicht mehr schwanger.

Die Hebamme sagte mir, es wäre am besten dass ich warte bis sich meine Periode reguliert, bis wir es wieder versuchen. Sie sagte allerdings auch, dass ich erst dann schwanger werden würde wenn mein Körper dazu bereit ist. Also entschlossen wir uns, nicht zu verhüten. Mit NFP versuchen wir es nun erfolglos seit 4 Monaten. Und jeder Zyklus ist verdammt hart. Seit der Fehlgeburt leide ich an Mittelschmerz. Diese Schmerzen sind zum Teil sehr heftig und ähnlich denen von Periodenkrämpfen. Jede Periode macht mich fertig. Wieder kein Baby. Und ich schreibe das aus einer sehr priviligierten Position. Ich bin erst im 4. Zyklus. Manche sind im 104. bevor es klappt. Bei manchen klappt es nie. Manche müssen schmerzhafte Prozeduren über sich ergehen lassen, um dann am Ende doch mit leeren Händen und leeren Bäuchen da zu stehen. Ja, für manche ist es wohl wirklich einfach schwanger zu werden. Für viele ist es das leider nicht.

Solche und andere Phrasen fallen mir momentan deshalb vermehrt auf. Auch die Corona Baby Boom Witze zehren an meinen Nerven. Denn wir versuchen nun schon länger schwanger zu werden und wenn es genau jetzt passieren sollte, wird mein Kind dem Corona Boom angehören. Dabei steckt in meinem und vielen anderen (zukünftigen) Kindern viel mehr als nur 5 Minuten Langeweile. Kinder kriegen ist oft harte Arbeit, emotional sowie körperlich. Eltern werden ist ganz schön schwer. Vielleicht sollten wir das im Hinterkopf behalten.

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